Smart-Metering

Die intelligenten Stromzähler kommen
 

„Die eigenen 4 Wände“ Ausgabe 18 (10/2011)

Ein Smart-Meter ist eine kommunikationsfähige, elektronische Messeinrichtung – eine intelligente Schnittstelle zwischen Verbraucher und Stromnetz.

Warum sind die Zähler „intelligent“?
Die sogenannten „intelligenten Zähler“ werden genutzt, um den Energieverbrauch zu messen und dabei auszuwerten, zu welchen Zeiten viel Energie verbraucht wird. Mittlerweile sind die Zähler soweit entwickelt, dass sie sogar für den Wasser-, Gas- und Wärmeverbrauch eingesetzt werden können. Sie bieten die Möglichkeit zum besseren Information- und Kostenüberblick für den Kunden und daher eine Sensibilisierung für den Stromverbrauch im Haushalt.
Der Zweck von Smart-Metern ist es also, zeitnah Informationen über den Verbrauch zu erhalten, sodass Energie gespart und der Verbrauch auf Zeiträume verlagert werden kann, in denen günstige Energietarife zur Verfügung stehen.

Was können die Smart-Meter?
Die Zähler bieten umfangreiche Funktionen. Sie sind in der Lage, selbstständige Kommunikation zwischen Zähler und Energieverteilernetzen zu führen. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Aufzeichnung sowie Informationen über den Energieverbrauch. Zu dem erfassen und analysieren sie für den Verbraucher die angefallenen Kosten. Dadurch kann eine Analyse für Einsparpotenziale oder auch für verborgene Energiefresser durchgeführt werden.
Es gibt fernauslesbare Stromzähler, die nur die jährliche Ablesung überflüssig machen, aber eben auch solche, die zusätzlich den Energieverbrauch für den Verbraucher sichtbar machen und ihm so einen bewussten Umgang mit Energie ermöglichen.

Gibt es auch Nachteile?
Neben den aufgezeigten Vorzügen der Smart-Meter gibt es jedoch auch viele Nachteile. Ein Punkt ist der Schutz der Privatsphäre. Es besteht die Gefahr, dass der Nutzer zum „gläsernen Kunden“ wird, sobald Verbrauchsprofile an den Stromlieferanten übertragen werden. Ein Beispiel dafür ist der Tagesrhythmus des Kunden. Es wird aufgezeichnet, wann er das Licht ein- und ausschaltet, wann er Wasser verbraucht und wann er beginnt zu heizen.
Die Anschaffungs- und laufenden Kosten sind zurzeit noch sehr hoch. Es fällt eine jährliche Gebühr an und der Zähler verbraucht selber relativ viel Strom, so dass eventuelle Einsparungen unter Umständen wieder aufgehoben werden.
Zudem können die Zähler keine Sicherheit vor Hacker-Angriffen garantieren. Die Ausfallwahrscheinlichkeit des Systems ist höher, und manche warnen vor den gesundheitlichen Risiken durch Elektro-Smog.

Smart-Meter für alle?
In Deutschland sind Smart Meter keine Pflicht – einzig bei Neubauten und bei Totalsanierungen müssen laut § 21b Abs. 3 EnWG seit Januar 2010 intelligente Zähler kostenneutral eingebaut werden (für Strom und Gas).