Kastanienmännchen und Co. 

 Erholung vom Stadtleben in den Berliner Wäldern

"Die eigenen 4 Wände" Ausgabe 18 (10/2011) 

Wenn sich im Herbst die Blätter an den Bäumen verfärben und raschelnd herabfallen, dann machen Familienspaziergänge auch den Kindern Spaß. Diese herrliche Herbststimmung lässt sich für Zuhause einfangen: Kastanien, Laub, Lampionblumen, Hagebutten und nahezu alles, was Spaziergänger im Wald so finden, kann weiterverarbeitet und zu Dekorationszwecken in den eigenen vier Wänden verwendet werden. Die Natur bietet zu keiner anderen Jahreszeit so viele farbenfrohe Bastelutensilien wie im Herbst. Wie wäre es beispielsweise mit einer dekorativen Tür- oder Fenster-Girlande? Hierfür benötigen Sie lediglich eine stabile Schnur. Nach jedem aufgefädelten Wald-Fundstück wird ein Knoten gemacht.
 
Schlapp und schläfrig?
Dass Spaziergänge der Gesundheit dienlich sind, ist hinlänglich bekannt. Bewegung tut gut und kann z.B. Rückenverspannungen lösen. Insbesondere in den dunklen Jahreszeiten nutzen viele den Waldspaziergang als Ausgleich zum stressigen Berufsalltag, denn aufgrund der verminderten Lichtintensität fühlen wir Menschen uns häufig schlapp und schläfrig. Bewegung bei sauerstoffreicher Luft – z.B. beim Joggen, Radfahren oder Spazierengehen im Wald – kann daher saisonal abhängige Depression (SAD) verhindern.
 
Erholung vom Stadtleben
Berlin zählt mit seinen fast 29.000 Hektar Waldbesitz zu den waldreichsten Metropolen Europas. Seit mehr als 100 Jahren hat unsere Hauptstadt eine städtische Forstverwaltung – Berliner Forsten. Spazierengehen, frische Luft einatmen, Sport treiben, mit dem Hund Gassi gehen, oder einfach einmal Ruhe gönnen, all dies ist Lebensqualität und kann in Berlin vielerlei Orts stattfinden.
 
Vom Grunewaldturm zur Lieper Bucht
Erholung vom Stadtleben finden Berliner und Berlinerinnen beispielsweise im Grunewald. Ein beliebter Wanderweg im Forst Grunewald ist der Havelhöhenweg entlang des Steilufers. Ideal für Herbstspaziergänger ist der 2 km lange Rundweg mit Beginn und Ende am Grunewaldturm auf dem Karlsberg. Die Anreise ist unkompliziert, denn direkt am Turm hält der Bus 218 und auch PKW-Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Der 1899 im Stil der Backsteingotik gebaute Turm hat in 35 m Höhe eine Aussichtsplattform mit Blick in alle vier Himmelsrichtungen und über den Wannsee. Vom Turm aus führt der Rundweg zur Havel. Während man entlang des Steilufers läuft, erfährt man auf Hinweisschildern viel Interessantes zum Grunewald und kann bei klarem Wetter weit über die Havel in Richtung Süden blicken – bis zur Pfaueninsel. An der Lieper Bucht angekommen können Spaziergänger die seltenen und daher geschützten Trockenrasen-Biotope entdecken. Hier haben sich bestimmte Gräser und andere krautige Pflanzenarten angesiedelt, die mit den kargen Standortverhältnissen zurechtkommen. Von hier aus ist auch ein Abstecher zur Insel Lindwerder mit Gaststätte denkbar. Auf dem Rückweg geht es direkt durch den kiefernreichen Forst Grunewald, wo auch Eicheln und Bucheckern zu finden sind. Bevor es wieder nach Hause geht, können Wanderer ihre Tour entspannt im neu sanierten Restaurant und Biergarten am Grunewaldturm ausklingen lassen.
 
Weitere Informationen, sowie Ausflugstipps und Wanderkarten finden Sie unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten